Meet Magento DE 2018 in Leipzig – ein Fazit

Meet Magento DE 2018 Leipzig

Die Meet Magento Deutschland (#MMDE18) fand 2018 zum zwölften Mal statt. Jedes Jahr wuchs und wächst die Zahl der Teilnehmer. Entstanden aus einem Treffen interessierter und eng vernetzter Magento-Entwickler / Anwender ist sie mittlerweile eine der bedeutendsten Magento-Fach-Tagungen der Welt geworden. Hier treffen sich Händler, Agenturen sowie Entwickler zum entspannten Dialog und das im wunderbaren Ambiente von Leipzig und der Kongresshalle am Zoo.

Die Commercers waren dieses Jahr ebenfalls dabei -nicht zuletzt wegen der überraschenden Nominierung als Top Ten Magento Shop in Deutschland. „Mal reinschnuppern“ war die Devise.

Anreise Sonntag, früh genug, um das WM-Auftakt-Spiel Deutschland-Mexiko in Leipzigs Innenstadt und nicht auf der Autobahn zu verfolgen. Dass „die Mannschaft“ 0:1 verlor lag hoffentlich nicht daran, dass wir das Spiel in einem mexikanischen Restaurant verfolgten.

Nach einem kurzen Orientierungstrip durch die berauschende und lebhafte Innenstadt Leipzigs endete der Tag bald, um am Montag-Morgen mit der Registrierung in der Kongresshalle zu starten. Alles war perfekt organisiert und Neulinge -wie wir- konnten sich in einem extra eingerichteten Lounge-Bereich treffen und kennenlernen. Hierbei empfand ich die turbulente Umgebung als etwas störend, da man sein Gegenüber bei der Vorstellungsrunde kaum verstand. Wer unseren Blog kennt, weiß, dass ich nach Möglichkeit konstruktive Kritik übe – also mit einem Verbesserung-Vorschlag. Hier jedoch fehlt mir dieser. Es sei mir nachgesehen 🙁 Ganz besonders an Sonja und Andreas ein dickes Lob für die Organisation (übrigens: die silberenen „Welcome-Luftballons“ waren knorke!!!).
Anschließend ging es nach der offiziellen Eröffnung und weiteren Punkten auf der Hauptbühne (Anmerkung in eigener Sache: Fand nur ich den Programmpunkt „Meet Magento goes China“ schwer verständlich (im doppelten Sinne)?) ging es bis 18.25 Uhr in spannende und/oder interessante Vorträge diverser Redner. Unterbrochen von einem tollen Mittagsbuffet – generell brauchte man keinerlei Angst zu haben, dass man mit knurrendem Magen oder trockenem Gaumen in den Vorträgen sitzen müsse: Die Organisatoren sorgten mütterlich für das Wohlergehen der Teilnehmer.

Ganz besonders möchte ich mich hier bei Andreas von Studnitz (#avstudnitz) für seinen Vortrag zur Zukunft von Magento bedanken! Vor allem im Bezug auf meinen Artikel „Have I told you lately that I hate Magento 2?“ sprach er mir aus der Seele als er sinngemäß sagte „alle Leute, die M2.0 und M2.1 ausprobiert und frustriert aufgegeben haben, sollten es mit M2.3 im Herbst noch einmal probieren“. Auch Rico Neitzel (#riconeitzel) teilte mir in einem kurzen Gespräch am Dienstag Morgen mit, dass man M1 aktuell sicher nicht als „tot“ abtun müsse nur weil es M2 gäbe.
War ich also nicht alleine mit meiner Wertschätzung für M1 und meinen Vorbehalten gegen M2. M1 ist über die letzten Jahre ein sehr stabiles eCommerce-System geworden mit einer riesigen, internationalen Gemeinschaft und entsprechend viel Know-How. Für mich gute Gründe M1 weiter die Treue zu halten auf M2.3 zu warten und positiver in die Zukunft zu schauen.

Moritzbastei LeipzigUm 20 Uhr stieg in der geschichtsträchtigen „Moritzbastei“ (@Moritzbastei) direkt neben der Leipziger Uni dann die MMDE18 Aftershow-Party. Ich muss sagen, dass ich baff war: Wahnsinns Location (wer schonmal in Prag war, fühlt sich an die dortigen Gewölbe-Keller-Moritzbastei LeipzigBars erinnert), tolle Buffets inkl. Grillbuffet, tolle Getränkekarte (ich meine mich an mind. 6 Biersorten zu erinnern), tolles Wetter und tolle Stimmung. Laut Eventplaner war die Party bis 23.30 Uhr angesetzt, ein Ende fand die Party aber erst gegen 4 Uhr am Dienstag.

Dies merkte man am nächsten Morgen auch sehr deutlich. Die Party hatte tiefe Einschläge in die Populationsdichte in den Stuhlreihen verursacht, so dass Tag 2 der MMDE18 mit übersichtlichem Publikum begann. Und auch bei vielen der wenigen sah man, dass sie lieber im Bett hätten bleiben sollen.

Meet Magento DE Award 2018

Auch wenn wir uns aufgrund der bereits geschilderten Vergleichsbarkeits-Defizite keine große Chance gegen die Konkurrenz ausrechneten, waren wir dennoch SCHWER aufgeregt bei der Preisverleihung zum besten deutschen Magento Online-Shop 2018. An dieser Stelle gratulieren wir den drei Gewinnern (3. Frank Juice, 2. froogies, 1. Aigner).

Weiter ging es mit Vorträgen und der nicht ganz überraschenden Mitteilung, dass der Kauf von Magento durch Adobe für knapp 1,7 Mrd. Dollar nun offiziell sei. Was dies nun für Magento bedeutet, ist fraglich. Ich persönlich fand den Kauf von Magento durch eBay 2011 naheliegender, da die Schnittmengen mit PayPal als Zahlart und auch eine mögliche Integration von eBay in Magento naheliegend sind. Eine Einkaufsplattform kauft eine Onlineshop-Plattform: Macht Sinn. War aber nur eine kurze Freude und so verkaufte eBay Magento 2015 wieder.

Nun kauft also Adobe das weltweit bedeutendste (reine) eCommerce-System bzw. das Unternehmen dahinter. Die Schnittmenge? Sicherlich nicht Photoshop – es geht um die Verknüpfung von Magento mit der Adobe-Experience-Cloud, die Adobe seit 2015 mit seinen Anwendungen aus der Creative Cloud verknüpft. Hieraus wird sich dann ein riesiges Universum aus verschiedenen Kreativ-Sektoren ergeben.

Man kann gespannt sein wohin die Reise geht. Meine persönliche Meinung: Magento wird zukünftig uninteressanter für kleine und mittlere Unternehmen werden. Schon vor der Übernahme durch Adobe zeigte der Schritt zu Magento 2 deutlich, dass es den Entwicklern von Magento nicht um die Vereinfachung der Administration und somit Öffnung für mehr Anwender geht – es geht um Professionalisierung.
Tiefer ins Detail eingehen möchte ich an dieser Stelle nicht, generell muss aber jedes wirtschaftlich orientiertes Unternehmen Geld verdienen und so kann man getrost davon ausgehen, dass Adobe ziemlich genau gerechnet hat was ihnen der Kauf bringt oder bringen KÖNNTE. Sicher ist: CE-Versionen per se bringen Adobe keinen Umsatz. Abstoßen können sie CE aber auch nicht, denn Magento in toto ist vor allem aus einem Grund kostbar: Die Community – die Userbase. Verliert Magento die Community, verliert Magento den größten Teil seines Wertes, denn so gerne ich mit Magento arbeite und so bewusst wir uns vor über 9 Jahren für Magento entschieden haben, ist es sicherlich nicht das einzige gute eCommerce-System auf dem Markt. Ein Ritt auf Messers Schneide für Adobe.

Zusammenfassend:

  • DIY mit Magento wird weniger werden
  • „Magento“ wird teurer werden

Zurück zur MMDE18. Nach weiteren Vorträgen hatte ich die Freude mich mit drei Vertretern von PayPal zu unterhalten und auf Probleme im Zusammenhang mit PayPal, PayPal Plus sowie der Extension von i-ways (s. HIER) einzugehen. Erfreulicherweise war es ein sehr konstruktives Gespräch und die zugesagten telefonischen Rückmeldungen erfolgten einen bzw. zwei Tage nach Ende der Konferenz. Sehr erfreulich war u.a. die Zusage sich darum zu kümmern, dass wir die Abo-Funktion von Magento, die ausschließlich in Verbindung mit PayPal funktioniert, bald näher testen können. Eine Sache, die wir für diverse Projekte letztendlich anderweitig umsetzen mussten („Abo als Simple-Produkt“ oder „Fair-Abo“ (als selbstentwickelte Extension)), kann hoffentlich zeitnah um ein weiteres Produkt erweitert werden.

Nach diesem Gespräch war die Konferenz dann auch zu Ende. Um uns herum wurden die Stände der Partner und Sponsoren abgeräumt und wir machten uns auf den Rückweg.

Fazit der Meet Magento Deutschland 2018:

  • Perfekte Location – sowohl Leipzig als Stadt als auch die Kongresshalle am Zoo sowie die Moritzbastei
  • Tolle Organisation der Konferenz und der Party
  • Gute Vorträge mit vielen Denkanstößen und Visionen
  • Interessante Begegnungen und Gespräche zwischen den Vorträgen

Einen kleinen Verbesserungsvorschlag möchte ich noch anbringen: Es gab eine gute App zur Veranstaltung mit allen wichtigen Informationen sowie jeweils einer Kurzzusammenfassung der Vorträge. Zusätzlich gab es eine Printversion mit allen Vorträgen. Hier wurden aber jeweils nur der Titel sowie der Redner der Vorträge genannt. Dies ließ bei vielen Titeln viel Spielraum für Spekulationen. Jeweils 1-2 Sätze zum Inhalt wären sinnvoll, um zu wissen was einen erwartet. Es war doch sehr ärgerlich wenn man sich zwischen zwei interessanten Vorträgen entscheiden musste und sich dann schlussendlich für den falschen entschieden hat.
Ach, noch einen Punkt: m.E. wurden zwei Vorträge kurzfristig abgesagt bzw. ersetzt. Dies hätte deutlicher kommuniziert werden können.

Ich kann die MMDE nur empfehlen für Agenturen, Entwickler und Händler, die mit Magento verbunden sind und ihren Horizont erweitern wollen. Wir sehen uns 2019!

Published by Covos

Seit 2009 arbeite ich nun intensiv mit Magento. Begonnen habe ich mit der Erstellung und dem Betrieb von B2C-Shops. Ausgeweitet wurde dies durch meine Tätigkeit im Logistik-Sektor. Hieraus entstanden erste spezialisierte B2B-Systeme. Heute arbeite ich tag-täglich mit spannenden B2C- und B2B-Shop-Projekten und berichte in diesem Blog über Herausforderungen und gebe Insider-Tipps.

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